1.6. – 5.6.2020: Geschichte und Gegenwart (Ex)Jugoslawiens

Kontinuitäten und Brüche der jugoslawischen Linken

Jugoslawien gehört heute der Geschichte an. Das Land, das sich im Zweiten Weltkrieg durch die jugoslawischen Partisanen selbst befreite, schlug in Zeiten des Kalten Krieges den »Dritten Weg« ein. Damit hatte es ein eigenes Sozialismusmodell entwickelt, welches sich von der Sowjetunion abgrenzte. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks kam es zu blutigen Auseinandersetzungen. Infolgedessen zerfiel Jugoslawien. Heute ist die Bevölkerung in den Nachfolgeländern von Privatisierungswellen, hoher Arbeitslosigkeit und Armut betroffen.

Auf der Reise wollen wir uns mit der Geschichte und Gegenwart (Ex)Jugoslawiens befassen. Wie wird an den Zweiten Weltkrieg erinnert? Welche Erinnerungskämpfe werden geführt? Was war Ziel der 1968er-Bewegung in Jugoslawien? Und mit welchen Themen beschäftigen sich die soziale Bewegungen in der Region heute? Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen treffen wir Sozialwissenschaftler*innen, Historiker*innen und politischen Aktivist*innen. Wir besuchen Initiativen und Projekte und werden auf Rundgängen und Besichtigungen die Städte erkunden.

Einige Programmpunkte:

  • Stadtführung: Der Zweite Weltkrieg, das ehemalige Jugoslawien, Titos Leben, Blockfreienbewegung, die Konflikte in den 1990er Jahren und die NATO-Bombardierung Serbiens und Montenegros 1999.
  • Ortsbegehung: Geschichte und Gegenwart von Staro Sajmište, dem alten Messegelände von Belgrad, in dessen Pavillons die Gestapo 1941 ein Konzentrationslager einrichtete.
  • Besuch des Sozialen Zentrum Oktobar und Gespräch mit linken Aktivist*innen zur politischen Situation in Serbien.
  • Stadtrundgang zur Verfolgung von Roma während des Zweiten Weltkriegs in Jugoslawien.
  • Fahrradtour zur brutalistischen Architektur durch Neu Belgrad.
  • Gespräch zur Studentenbewegung der 1960er Jahre mit Dragomir „Oluja“ Olujić
  • Tagesausflug nach Zrenjanin: Gespräch zur Selbstverwaltung in den jugoslawischen Betrieben mit Arbeitern der ehemals besetzten Fabrik Jugoremedija
  • Und vieles mehr

Kosten:
Der Teilnahmebeitrag beträgt 400 € ohne Unterkunft, 550 € für ein Doppelzimmer und 650 € für ein Einzelzimmer. Er umfasst die Seminarkosten, gegebenenfalls die Unterbringung (6 Übernachtungen im Hotel), Eintrittsgelder und den Transport vor Ort.

An- und Abreise:
Anreise 31. Mai (Sonntag), Abreise 6. Juni (Samstag).
Seminarprogramm von Montag bis Freitag (1.06. bis 5.06. 2020).

Hotelunterkunft:
Die Teilnehmer*innen kommen im Hotel Royal Inn unter.

Anmeldefrist:
Die Anmeldefrist endet am 31. März 2020

Die Bildungsreise ist in Berlin und Hessen als Bildungsurlaub anerkannt. Die Anerkennung kann auf Anfrage auch in weiteren Bundesländern als Bildungsurlaub beantragt werden.